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Interview Guenther Bosch Coach Boris Becker Puma G Vilas | The Berlin Tennis Gallery

Updated: Jul 19

Video interview Link am Ende dieses Artikels

Source: berlintennisgallery.com


07. Juli, 2020. Wir schreiben das Jahr 1985. Am 07. Juli, genauer gesagt um 17.32 MEZ werden die Stellschrauben im Deutschen Tennissport auf 1 Schlag neu gesetzt.


Boris Becker gewinnt als erster Deutscher und jüngster Spieler aller Zeiten das renommierteste Tennisturnier der Welt im Londoner Vorort Wimbledon. Sein Schläger, ein Puma G. Vilas. Das Racket sollte alle Extreme erleben, die ein Produktlebenszyklus durchlaufen kann. Wer könnte besseres Zeitzeugnis geben als der Mann, der Boris Becker gemacht hat und ihn in den Aufstiegsjahren seiner Karriere als Chef-Coach begleitete.

Günther Bosch trainierte Becker bei seinen ersten beiden Wimbledon-Siegen und stand auch in enger Zusammenarbeit mit Günther Adam, dem verantwortlichen Entwickler des Puma. Das Interview mit Günther Bosch finden Sie im Anhang zu diesem Artikel.


Es war im Spätsommer 1983, als Günter Adam an der Schlägerfabrik von Siegfried Kübler in Singen anklopfte. Kübler und Adam kannten sich von der ISPO in München. Adam war seinerzeit Entwicklungsingenieur bei Völkl. Adam wollte Kübler zur gemeinsamen Herstellung eines Schlägers gewinnen, dessen Länge mittels einer Schraube am Griff verstellbar sein sollte. Dadurch könne jeder Spieler den Schläger auf seine persönliche Spielweise einstellen. Länger bedeute mehr Kraft, kürzer mehr Gefühl. Daher der Name Power Control System.


Der Vorschlag zur Zusammenarbeit kam für Siegfried Kübler durchaus überraschend, denn warum wollte Völkl das Racket nicht selbst herstellen? Der smarte Kübler lehnte mit weiser Voraussicht höflich ab, und so zog Adam weiter und konnte schließlich die Firma Puma für sei

Puma logo

Puma stieg voller Enthusiasmus ein. Eine eigene Fertigung wurde aufgezogen, und so wurde der Schläger wurde zum Schlager, denn Guillermo Vilas fand Geschmack an ihm und konnte als Vertragsspieler gewonnen werden. Das G. Vilas Power Racket war geboren. Als zweiter Vertragsspieler folgte auf Vilas Boris Becker, der ihn in der Version als PCS III Racket weltberühmt machte.

The PCS

Becker fand zu seinem Karriereschläger; doch für Puma und Adi Dassler wurde er zu einem absoluten Desaster. Den Herstellerangaben nach kamen von den 200.000 verkauften und vertriebenen Schlägern rund die Hälfte als Reklamation zurück, weil Geräusche im Griff beim Schlagen des Balles aufgetreten sind.


Das Problem mit den Geräuschen im Griff haben die Entwicklungs-Ingenieure von Puma nie in den Griff bekommen. Puma hat bei den Rackets für Becker ein flüssiges Zweikomponenten-Harz in die Zwischenräume der Griffschalen eingespritzt , womit natürlich auch die Verstellbarkeit der Länge aufgehoben wurde und das Power Control System war somit Geschichte.


Siegfried Kübler hatte die Probleme mit der Konstruktion des PCS bei dessen Ablehnung der Zusammenarbeitsofferte Adams bereits vorausgesehen. Nach wenigen Jahren stellte Puma die Herstellung und den Vertrieb ein. Ein kurzer und verlustreicher Ausflug ins von scharfer Konkurrenz gezeichnete Tennisschlägergeschäft.


Fotoquellen:

Book of Tennis Rackets von Siegfried Kuebler

Boris von Günther Bosch


Interview als Video


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andreas.fixemer@berlintennisgallery.com


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